Zahme Rehe in Miyajima und ein Abstecher zum Kindheitstraum

Wie wir euch im letzten Beitrag erzählt haben, sind wir in Miyajimaguchi gelandet. Dort durften wir in ein wunderschönes altes Haus (ein Airbnb) einziehen. Unser traditionelles Zimmer (natürlich mit Futon) hat uns sofort die Ruhe gebracht, auf die wir uns in der etwas ländlicheren Gegend (zumindest im Vergleich zu unseren bisherigen Schlafplätzen) gefreut haben. Und wir wurden nicht enttäuscht: Keiki hat uns ihre Reisetauglichkeit unter Beweis gestellt und direkt in der ersten Nacht am neuen Ort um die 11 Stunden durchgeschlafen. Wir haben mitgemacht, ich weiss nicht, wann ich (Simea) zuletzt so lange ununterbrochen geschlafen habe (nachdem ich eine Stunde im Bett gelesen habe). Was für eine Erholung!

Blick aus unserem Zimmer

Der eigentliche Grund unseres Abstechers „aufs Land“ war aber das, was neben Miyajimaguchi liegt: Nämlich Miyajima. Eine Insel, ganz nah am Festland, ein Touri-Hotspot, wie wir bald merkten.

Also sind wir (und hunderte andere Touristen) am nächsten Tag auf die Fähre gestiegen und nach 10 Minuten in Miyajima angekommen.

Und nach unseren ersten Schritten auf der Insel sind uns schon die Rehe begegnet. Sie waren wirklich handzahm und ganz lieb (und klein). Keiki hat begeistert ein paar Blätter gesammelt und sie verfüttert:

Ein weiteres Wahrzeichen der Insel ist das „schwimmende“ Tori-Gate. Okay, es schwimmt nicht wirklich, es steht nur im Wasser. und nur manchmal, wenn nicht Ebbe ist. Aber hin oder her, ein wunderschöner Anblick:

Irgendwann beim Strandspaziergang ist unsere Keiki dann eingeschlafen. Perfekte Möglichkeit für ein ruhiges Zmittag! Über Google Maps haben wir einen super Ort gefunden. Wir haben uns also auf den Weg gemacht, und zum Glück nicht entmutigen lassen:

Am Nachmittag nahmen wir uns dann vor, noch auf den Berg der Insel zu gehen, Mount Misen. Die Bilder versprachen grosse Aussichten. Aber zuerst sahen wir grosse Schlangen. Massentourismus lässt Grüssen, sind wir 45min an der Gondel gestanden 😅👀

Aber es hat sich gelohnt, die Aussicht aus der Gondel ist fantastisch!

Von der Bergstation aus kann man dann noch rund eine halbe Stunde hochwandern zum höchsten Punkt der Insel. Die Zeit war jedoch schon etwas fortgeschritten, durch das lange Anstehen an der Gondel. Aber unser Schweizer Stolz trieb uns an und wir wagten trotzdem dem Aufstieg. Die angesagten 30 Minuten sind wir dann also in 22 Minuten hochgewandert. Der Ausblick war so wahnsinnig schön, dass wir glatt vergessen haben, gross Fotos zu machen. Nur eines haben wir selbst gemacht:

Für euch haben wir deshalb noch ein Bild aus dem Internet geklaut:

Bildquelle: Touristinjapan.com

Am Ende waren wir noch längstens pünktlich und mussten sogar noch anstehen an der Gondel für den Abstieg. Hinter uns lag ein sehr erholsamer Tag und wir haben wieder super geschlafen in unseren Futon-Betten 🙂

Am nächsten Tag war dann schon wieder Abreise angesagt. Wir sind mittlerweile routinierte im Packen, auch Keiki hilft schon fleissig mit.

Unsere Reise führt uns als nächstes nach Kyoto. Dafür müssen wir in Osaka umsteigen. Perfekte Gelegenheit, dort noch etwas abzuhaken, was Joshy schon seit Jahren auf seiner „Bucket-List“ hat: Einmal das Schloss Osaka sehen. Dreieinhalb Stunden in Osaka reichen dafür aus! Wir haben unsere Koffer mal wieder am Bahnhof eingeschlossen und haben die Zeit genutzt. Und schon bald konnten wir den Anblick geniessen:

Als wir durch den Park spazierten, zwischen Kirschblüten (an deren Anblick wir uns übrigens immer noch nicht gewöhnt haben), sagt Joshy: «Das ist jetzt schon ein kleiner Kindheitstraum von mir, der da in Erfüllung geht».

Danach landen wir wieder auf dem Boden der Realität, zwischen Osaka und Kyoto liegen zwar nur 15 Minuten Shinkansen-Fahrt. Aber zur Stosszeit will das etwas heissen hier in Japan 😅 Naja: Auch das hätten wir jetzt erlebt!

Wir sind jetzt auf jeden Fall wohlbehalten in Kyoto angekommen, wo wir morgen noch den Tag verbringen und dann geht’s übermorgen schon nach Tokyo!

Fukuoka – Gärtnern können sie, die Japaner 🌸🏯

Unsere Tage in Fukuoka waren gefüllt von Gärten-, Park-, und Schrein-Besuchen. Wir haben wunderschöne Orte besucht und die Zeit dort sehr genossen. Fukuoka har nicht umsonst den Übernamen «Stadt der Blumen». Neben den Blumen gibt es wunderschön gebaute Gärten, wir waren den ganzen Tag am Staunen. Wir haben es sehr genossen und sind oft einfach stundenlang durch einen Park oder Garten geschlendert.

Unsere kleine Keiki spaziert mittlerweile komplett selbstständig und schaut immer, damit wir ja keine «Mäumäu» («Blueme») und «isch» (Fisch) und auch keine «Tei» (Steine) verpassen. Regelmässig verzaubert sie dadurch auch die Japaner.. Wir wissen auf jeden Fall mittlerweile «Kawaii» heisst auf japanisch «niedlich» 😅👍🏼 Sie hat sich schon sehr an das Leben hier gewöhnt, ihr Lieblingsessen ist «iiiiis» (Riis). Wann immer sie es sieht ruft sie ganz begeistert «iiis iiiis iiiis» 🍚

Hier ein paar Eindrücke dieser Tage:

Sogar ein Bonsai-Café haben wir gefunden und genossen:

Auf unserer Reise nach Miyajimaguchi (spricht man so aus: Mia-tschima-gutschi) haben wir noch den halben Tag in Hiroshima verbracht und dort einen weiteren Garten besucht (Bilder davon teilweise oben zu sehen) und auch das Schloss Hiroshima gesehen:

Kirschblüten, Roboter und Holländische Geschichte – Nagasaki

Konnichiwa aus Nagasaki! 👋 Die ersten drei Tage in dieser faszinierenden Stadt liegen hinter uns, und wir sind schon mittendrin in der japanischen Kultur. Das freundliche Kopfnicken als Gruß oder Dank ist uns bereits in Fleisch und Blut übergegangen – eine charmante Geste, die man sich schnell angewöhnt. Und ja, wir haben sie auch schon entdeckt: die ersten zarten Kirschblüten! Ein wunderschöner Vorgeschmack auf das, was uns hoffentlich noch erwartet. Nagasaki empfängt uns mit offenen Armen und einer ganz besonderen Atmosphäre. Mehr dazu in Kürze!

Unsere Keiki ist bei der Anfahrt zum Hotel total erschöpft eingeschlafen.

Onsen und Hotel-Pyjamas

Als wir in unser Hotel eingecheckt haben lagen auf dem Bett zwei Pyjamas. Das mussten wir erstmal googeln, warum die da liegen 😅 Wir haben gelernt: Das sind Yukata. Leichte Baumwollkimonos oder bequeme Pyjamas, die man im gesamten Hotel tragen kann – auch zum Frühstück (ja, viele Japaner machen das wirklich) oder nach dem Bad. Wobei wir beim Stichwort „Bad“ beim Thema sind: Unser Hotel in Nagasaki hatte ein Onsen, ein japanisches Thermalbad. Onsen sind (geschlechtergetrennte) Gemeinschaftsbäder, in denen man sich vor dem Einstieg gründlich reinigt und dann ins warme (heisse!), mineralhaltige Wasser steigt. Badebekleidung ist meistens nicht erlaubt. Wer Tattoos hat, darf übrigens nicht in diese Bäder. Dies liegt an der historischen Verbindung von Tätowierungen zur Yakuza, der japanischen Mafia. Lange Zeit galten Tätowierungen als Zeichen der Zugehörigkeit zu kriminellen Organisationen. Obwohl sich die Wahrnehmung langsam wandelt, ist diese Assoziation in vielen älteren oder traditionelleren Einrichtungen immer noch stark. In unserem Hotel-Onsen musste man Tattoos abdecken mit Pflästerlis.

Zeitreise auf Dejima

Am nächsten Tag erkundeten wir Nagasaki, und unser Hotel lag super praktisch direkt bei Dejima. Diese künstliche Insel hat eine spannende Geschichte: Während Japans langer Isolation (über 200 Jahre!) war sie der einzige Ort im Land, an dem niederländische Händler leben und Handel treiben durften – quasi Japans Tor zur westlichen Welt.
Heute ist Dejima wie ein Freilichtmuseum mit vielen toll rekonstruierten Gebäuden aus dieser Zeit. Mit unserer Keiki im Schlepptau durch die Gassen zu schlendern, fühlte sich wie eine kleine Zeitreise an. Man konnte sich richtig gut vorstellen, wie das Leben hier damals gewesen sein muss – ein faszinierender Einblick in die Geschichte!

Der wunderbare Kirschblütenbaum hat auch unserer Keiki gefallen
Ein Einblick in ein altes Haus wie es heute auf Dejima steht.

Konfuzius-Tempel und Mask-Changing Show


Ein weiteres Highlight war der Besuch des  Konfuzius-Tempels in der Chinatown. Die farbenprächtigen Verzierungen und die friedliche Atmosphäre waren wirklich beeindruckend. Und dann diese Vorstellung! Wir hatten das Glück, eine Mask-Changing Show zu sehen. Dabei wechselt der Künstler in unglaublichem Tempo verschiedene Masken, oft so schnell, dass man den Wechsel kaum mitbekommt.

Der Tempel in dem die Show stattfand.
Statuen der Schüler von Konfuzius

Ausblicke, Pudding & Roboter

Wir haben es auch sehr genossen, einfach mit unserer Keiki durch Nagasaki zu schlendern. Mit einem Lift fuhren wir bequem auf einen kleinen Hügel und hatten von dort einen tollen Ausblick über ein Stadtviertel, umrahmt von leuchtend rosa Kirschblüten.
Danach gab es eine süsse Belohnung: Simea hatte schon vorab einen Laden für seinen besonders leckeren Pudding im Glas recherchiert – den mussten wir natürlich probieren! Eine absolute Empfehlung von uns!
Richtig kurios wurde es dann beim Abendessen: Dort brachte uns tatsächlich ein kleiner Roboter das Essen an den Tisch! Typisch Japan eben – immer für eine technische Überraschung gut!

Ein Teil des Ausblick von unserem Spot.
Das super feine Pudding

Ab in den Shinkansen! – Auf nach Fukuoka

Gerade sitzen wir im Shinkansen – unserer ersten Fahrt mit diesem legendären Hochgeschwindigkeitszug, der uns die Tage immer weiter nördlich und schlussendlich bis nach Tokyo bringen wird. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, mit dieser Geschwindigkeit durch die Landschaft zu gleiten. Bis Tokio werden noch einige dieser rasanten Fahrten folgen. Die Pünktlichkeit auf die Sekunde und die absolute Sauberkeit in den Zügen sind für uns Schweizer vielleicht weniger ein Novum als für andere Reisende 😉 Aber das Erlebnis an sich ist trotzdem super! Nächster Halt: Fukuoka!

Around the world … 🌺➡️🌸

Wir haben uns nach ein paar Tagen in Waikiki Beach verabschiedet von Hawaii:

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sind wir abgereist. Danke an Joshys Bruder und seine Frau, dass wir bei euch wohnen durften und Hawaii so richtig erleben konnten ❤️

Nach dem Überschreiten der Datumsgrenze (und einem überraschend schwachen Jetlag) sind wir gestern Abend in Japan angekommen. Bald berichten wir euch mehr, hier schon mal ein erster Eindruck von unserer ersten Station, Nagasaki: